Wissenswertes

Historisch betrachtet wurde der Tee vor Jahrtausenden in China entdeckt und über Jahrzehnte als Grüner Tee – also nicht fermentiert- getrunken. Schwarzer Tee – also fermentierter Tee – ist in den europäischen Ländern weit verbreitet (bekannte Sorten wie Assam-, Darjeeling-, China-, Ostfriesen-, und englische Tees. ) wohin in Asien der Grüne Tee bevorzugt getrunken wird.

In einigen Anbauländern muss aufgrund der geografischen Lage (Indien, China, Ceylon im Hochland) der Tee noch nach der ursprünglichen Herstellungsmethode, der sogenannten orthodoxen, produziert werden. Hierbei wird der Tee noch mit sehr viel Handarbeit in Kombination mit wenig Maschineneinsatz hergestellt.

Zunächst werden die Teeblätter nach dem Pflücken per Hand durch das sogenannte Welken für den Rollprozess „weich“ gemacht. Das geschieht, in dem die Blätter einige Zeit in langen Hallen an der frischen Luft (zwischen) lagern. Durch den Einsatz einer Maschine, dem sogenannten Roller, werden die aufgeweichten Blätter gebrochen, so dass der Zellsaft austreten kann, um den anschließenden Fermentierprozess einzuleiten. Nach der Fermentation wird der Tee in einer Maschine getrocknet und durch Sortieren klassifiziert – fertig ist der Schwarztee.

Grüner Tee entsteht dadurch, dass nach dem Pflücken die Teeblätter mit Wasserdampf bearbeitet werden. Dies verhindert die Fermentation. Im Anschluss werden die feuchten Blätter getrocknet, weiterbearbeitet, z.B. gerollt, und anschließend sortiert – fertig ist der Grüne Tee. Was hier sehr kurz und knapp beschrieben ist, ist zum Teil mit sehr viel Handarbeit verbunden und damit zeit- und kostenintensiv.

Sogenannte Konsumtees, die in großen Mengen produziert werden, kommen aus Anbauländern, wo große ebene Flächen effizient und schnell bewirtschaftet werden. (z.B. Assam, Kenia) Die dort produzierten Tees müssen für den Absatzmarkt preisgünstig sein und können daher nur maschinell, mit der sogenannten CTC Methode also mit Hilfe einer einzigen Fertigungsmaschine produziert werden. Nach dem Pflücken per Hand wird der Tee in der Teefabrik in die CTC Maschine gefüllt. In dieser Maschine laufen die Prozesse, wie welken, rollen, fermentieren, trocknen und sortieren analog zur orthodoxen Methode ab, nur wesentlich schneller und ohne Zwischenschritte per Hand.

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Teesorten, aromatisierte Tees (zum Beispiel Earl Grey oder Grüntee mit Zitrone), Früchtetee, Rotbuschtee, Kräutertee und Matetees.

Spezialitäten aus Asien sind beispielsweise Matcha aus Japan, weißer Tee aus China und halbfermentierter Tee aus China, der so genannte Oolong, welcher aus dem chinesischen übersetzt „Schwarzer Drache“ bedeutet. Diese Teespezialität ist eine Variante zwischen Grüntee und Schwarztee und bei Tee-Enthusiasten sehr beliebt und speziell zugleich.


Wissenswertes rund um den Tee

Die Blattgrade

Die Blattgradierung bzw. die Buchstabenfolge / -bedeutung wird in einigen Ländern z.B. in Indien (Assam, Darjeeling, Nilgiri) und Ceylon als Bestandteil bei der Sortenbeschreibung verwendet. (Assam BOP oder Darjeeling Steinthal First Flush STGFOP)

Die Klassifizierung in Blattgrade erfolgt bei der Tagesproduktion eines Teegartens. Am Ende der Produktionskette wird der Tee, mittels Siebe in denen unterschiedlich große und genormte Löcher eingearbeitet sind, in unterschiedliche Blattgrade eingeteilt. Hier unterscheidet man in Blatt- („Ganze Blätter“), Broken-Tees („klein gebrochene Blätter“), Fannings und Dust
Die Bezeichnungen der Blattgrade lauten beispielsweise:

Blatttee:
FOP = Flowery Orange Pekoe,
TGFOP = Tippy Golden Flowery Orange Pekoe

Broken:
BOP = Broken Orange Pekoe –

Fannings:
Kleinste Blatt­Teile Dieser Tee wird für Teebeutel verwendet.

Dust:
Teestaub und feinste Aussiebung. Dieser Tee geht meist in die Fertig­ und Instant­Tee­Produktion.


Wichtig dabei ist, dass durch die Angabe des Blattgrades noch keine Qualitätsaussage getroffen werden kann. Einen Hinweis geben die Blattgrade aber doch: hierfür ist der dritte Buchstabe von hinten wichtig, B steht zum Beispiel für Broken (gebrochene Tees) oder F für Flowery (Blatt­Tees).

Die Bedeutung der Buchstaben:
S = special /
F = fine – Special und Fine
T = tippy /
G = golden – Tippy Golden bezeichnet einen hohen Anteil an feinen Teeblättchen.
F = Flowery werden die zarten Knospen genannt.
B = Broken werden die gebrochenen Teeblätter bezeichnet.
O = Orange hat nichts mit Orangen zu tun, Orange verweist auf die königliche Qualität – nach dem niederländischen Königshaus Oranien!
P = Pekoe wurde früher das dritte Blatt beim Pflücken genannt.

Die Sortenbezeichnung von Darjeelingtees enthält oft den Hinweis auf die Erntezeit; unterschieden wird:
First Flush: Ende Februar bis Ende April. Lieblich­blumig, spritzig­frisch, sehr fein.
Second Flush: Anfang Juni bis Anfang Juli. Muskat­Geschmack, gehaltvoll, nussig.
Autumnal: Anfang Oktober bis nach dem Monsunregen. Mild und harmonisch.


Für Liebhaber von leicht kräftig bis frisch blumigen Tees empfehlen wir Blatttee­Sorten. Wer gerne kräftige, dunkle, ergiebige Tees haben möchte, ist mit einem Broken Tee gut beraten.
Koffein und Teein sind derselbe Stoff. Beim Aufgießen des Tees kann man den Koffein­ bzw. Gerbstoffgehalt selbst steuern: In den ersten zwei Minuten nach dem Aufguss gibt der Tee fast seinen gesamten Anteil an Teein ab und wirkt anregend. Erst in den folgenden Minuten wird die Gerbsäure mehr und mehr aus den Blättern herausgezogen. Nun wirkt der Tee eher beruhigend und ist ausgezeichnet für den Abend zu empfehlen.

Grüner Tee ist nicht fermentiert und kann bis zu 3 mal aufgegossen werden. Nach dem Aufkochen des Wassers sollte dieses etwas „abkühlen“ bevor aufgegossen wird.
Schwarzer Tee wird fermentiert und kann nur 1 mal aufgegossen werden. Nach dem Aufkochen des Wassers kann direkt aufgegossen werden.

Halbfermentierten Tee nennt man Oolong.
Kräftige Schwarzteesorten können mit Milch, Sahne, Zucker, Kluntjes, Honig und oder Zitronensaft verfeinert werden.
Leichte Schwarztee- und Grünteesorten schmecken süßlich frisch mit mildem Honig und etwas Zitronen­ oder Limonensaft.

Wichtige Teeanbauländer der Welt

China In allen mittleren und südlichen Provinzen Chinas wird seit über 4.000 Jahren Tee angebaut. Der chinesische Tee zeichnet sich generell durch sein feines Aroma und seine sorgfältige Verarbeitung aus. Grüner Tee aus China ist deshalb sehr beliebt, da es viele Sorten mit einer vielfältigen Geschmacksausprägung gibt. Auch als Basis für aromatisierte Teesorten ist grüner Tee aus China gefragt. Schwarzer Tee aus China, insbesondere der Keemun, ist in Deutschland sehr beliebt.
Indien Die berühmtesten Tee­Anbaugebiete Indiens sind Darjeeling und Assam. Daneben ist Dooars das drittgrößte Gebiet im Norden. Feinste Tees kommen auch aus der nördlichsten Region Sikkim. Im Süden Indiens erstreckt sich das Nilgiri Gebiet. Die indischen Tees unterscheiden sich aufgrund der verschiedenen Anbauregionen und der dort vorhandenen sehr unterschiedlichen klimatischen und geografischen Bedingungen erheblich voneinander.
Darjeeling Ein Teedistrikt im Norden Indiens in den Vorbergen des Himalaya. In Höhenlagen bis zu 2.500 Meter werden in vielen einzelnen Teegärten Spitzenqualitäten erzeugt. Teeliebhaber bezeichnen „Darjeelings“ nicht nur wegen der besonderen klimatischen Verhältnisse, der Sorgfalt bei Anbau und Verarbeitung sowie des einzigartigen Aromas, als die Besten überhaupt.
Assam Die Hochebene zu beiden Seiten des Brahmaputra Flusses ist der größte zusammenhängende Teedistrikt der Welt. Hier wird ein kräftig­würziger Tee geerntet. Die besten und im Geschmack kräftigen würzigen Assams werden während der Second Flush Zeit zwischen Ende Mai und Ende Juni geerntet. Neben feinen Gartentees sind Assamsorten auch die wichtigste Basis für englische und ostfriesische Teesorten.
Nilgiri Nilgiri ist ein Tee, der sowohl als grüner Tee, zumeist aber als schwarzer Tee erhältlich ist. Er wird in den Nilgiri­Bergen im Südwesten Indiens in Höhen zwischen 800 und 2000 Metern angebaut und zeichnet sich durch seinen niedrigen Tannin­Gehalt aus. Darüber hinaus wird er nicht so schnell bitter wie andere Tee­Sorten. In Geschmack und Tassenfarbe ähneln schwarze Tees aus den Nilgiris den Tees aus Ceylon.
Japan  Die Teepflanze wurde im 8. Jahrhundert durch buddhistische Mönche aus China nach Japan gebracht. Wichtigs­ter Anbaubezirk ist Shizuoka, malerisch am Fuße des Fujijama gelegen. Fast die Hälfte der japanischen Teeproduktion wird dort gepflückt. Grüner Tee aus Japan hat oftmals einen fruchtigen, grasigen Geschmack mit einem süßlichen und ausgewogenem Aroma. Der wohl bekannteste Tee, ist der Matcha, der für die tradi­tionelle Teezeremonie verwendet wird.
Ceylon Durch die Nähe zum Äquator herrscht auf Sri Lanka/Ceylon ein tropisch­warmes Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit. Durch diese Bedingungen kann hier das gesamte Jahr geern­tet werden. Die meisten Tees aus Ceylon schmecken leicht und würzig.

Klassisch traditionelle Teemischungen

Ostfriesentee Ostfriesentee basiert im Kern auf eine Mischung von Assamtees, die der sogenannten Ostfriesen tee mischung den typisch kräftig würzigen Geschmack und die dunkle Tassenfarbe verleiht. In Ostfriesland wird der Tee noch nach jahrhundertealtem Ritual zubereitet: Man nimmt immer dieselbe Kanne, den Teepott, und serviert den Tee mit Kandis oder Kluntjes und mit Sahne, die auf den Teespiegel gesetzt wird. Der Tee wird nicht umgerührt, denn der erste Schluck soll herb, der letzte süß und mild sein.
Englische Teemischungen England gilt in Europa bis heute immer noch als das Land der Teetrinker. Briten trinken fast ausschließlich kräftig würzigen Schwarztee, gern mit Milch und Zucker verfeinert. Mittlerweile werden englische Teesorten weit über die Landesgrenzen hinaus von Teetrinkern in aller Welt geschätzt. Insbesondere die 5 o‘clock tea time mit den dazu gereichten Snacks ist überaus populär.
Klassisch aromatisierte Teesorten Das Aromatisieren von Tee geht auf eine jahrhundertalte Tradition in China zurück. Zu den Klassikern der ersten aromatisierten Sorten zählen chinesische Jasmin­ und Rosenblütentees. Auch die in Europa sehr beliebten Sorten Earl Grey, Lemon, Orange und Vanille erfreuen sich seit Jahrzehnten wachsender Beliebtheit.